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19.05.2010
Ermittlungen

Street View: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Google

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen Google eingeleitet. Der Internetkonzern hatte "versehentlich" Daten aus privaten WLAN-Netzen aufgezeichnet.

Hamburg (ddp/red) - Der Fall Google Street View beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaft Hamburg. Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers sagte am Mittwoch dem NDR-Fernsehen, es werde geprüft, ob Google gegen Paragraf 202b des Strafgesetzbuches verstoßen habe. Dieser Straftatbestand betrifft das unbefugte Abfangen privater Daten mit technischen Mitteln.

Google verweigert Einsicht

Bei seinen flächendeckenden Aufnahmen für den umstrittenen Internetdienst Street View hatte Google mit seinen Kameraautos auch WLAN-Netze erfasst. Daten, die über ungesicherte Netze gesendet wurden, speicherte Google. Nach Protesten von Politik und Öffentlichkeit will das US-Unternehmen die Daten löschen. Es ist bislang aber nicht bereit, Datenschutzbehörden Einblick in die gespeicherten Daten zu geben.

Aigner fordert Löschung der Daten

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hatte Google kriminelles Verhalten vorgeworfen und eine lückenlose Aufklärung gefordert. Das US-Unternehmen habe sich illegal in private Netze eingeloggt. Die dort gesammelten Daten müssten sofort und vollständig gelöscht werden.

Illegal private Daten gesammelt

Google hatte am Wochenende eingeräumt, für seinen Internetdienst Google Street View "versehentlich" auch Internetadressen und Teile von E-Mails erfasst zu haben. Zuvor hatte der Konzern noch bestritten, außer Netzwerk- und IP-Adressen noch weitere private Daten gesammelt zu haben.