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05.06.2009
Street View

Hamburger Datenschützer macht Google Druck

Ein Hamburger Datenschützer droht Google mit rechtlichen Schritten, sollte das Unternehmen die Street-View-Rohdaten nicht unkenntlich machen.

Hannover (red) – Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar droht Google nach einer Videokonferenz rechtliche Schritte an. Er verlangt von dem Unternehmen, in Zukunft die Rohdaten für Googles Street-View-Dienst schon vor der Übertragung in die USA zu verpixeln. Caspar ist für eine datenschutzrechtliche Bewertung von Street View zuständig. Für ihn sind die Datenschutzbestimmungen nur dann erfüllt, wenn Gesichter und Kennzeichen schon auf den Rohdaten und vor der Versendung in die USA unkenntlich gemacht werden. Die übliche spätere Verpixelung der Bildausschnitte sei nicht ausreichend.

Street-View-Aufnahmen

Um die Aufnahmen für Google Street View zu machen, fahren Autos mit mehreren Kameralinsen an Bord durch die Städte. So wird jedes Haus und jede Straße erfasst und erscheint später als ganzer Straßenzug im Internet. Street View ruft seit den ersten Planungen bei den Betroffenen häufig Missmut hervor. Es gibt bereits ganze Gemeinden, die sich gegen die Filmung wehren und einige Einzelpersonen, die mit Prozessen erwirken wollen, dass Aufnahmen von ihren Häusern gelöscht werden. Ein generelles Verbot von Kamerafahrten ist hierzulande aber kaum durchsetzbar.

Google macht weiter

Gegenwärtig wird die einzige Möglichkeit, eine "Löschungsanordnung", vorbereitet. Dadurch wird Google noch einmal aufgefordert, Rohdaten, bei denen Widersprüche von Betroffenen vorliegen, "in Kürze" zu Vernichten. Google erklärte sich auch bereit, "in besonderem Maße persönlichkeitsrelevante Daten" zu löschen. Laut Caspar lasse der Verlauf der Google-Verhandlungen aber noch "Raum für eine einvernehmliche Lösung". Er, Caspar, bleibe weiterhin offen für Gespräche.