szmtag
22.07.2009
Big Brother

Wie per Handy unsere Privatsphäre überwacht wird

So praktisch die Always-on-Anbindung ist, doch mit jedem Gerät, das permanent an eine Leitung oder ein Netz angeschlossen ist, können wir potenziell eingeschränkt und überwacht werden. Dazu aktuelle Beispiele von Amazon, Blackberry und Apple.

Hamburg (red) – Immer mehr Bindung an bestimmte Konzerne und immer weniger Freiheit: Das ist der Preis, den wir für permanenten Datenzugriff bezahlen - vor allem dann, wenn die Daten im Internet lagern und einem kaum mehr "gehören". Das Ausspionieren von elektronischen Geräten ist nicht schwer, und es ermöglicht auch Beeinflussung durch staatliche Organe, wie "Spiegel Online" berichtet.

Amazon löscht bereits bezahlte Bücher

Beispiel 1: Vor kurzem hat der Online-Händler Amazon zwei Bücher von George Orwell (ausgerechnet!) von jedem Kindle gelöscht – und zwar per Software-Update. Jedes der Bücher war gekauft und bezahlt worden. Dennoch hat Amazon offensichtlich nichts zu befürchten, denn sie löschten die Exemplare nachträglich, weil der Online-Verlag nicht die entsprechenden Rechte zum Verkauf hatte, berichtet "Spiegel Online" mit Verweis auf die "New York Times".

Apple filtert Anwendungen für das iPhone

Beispiel 2: Amazon ist kein Einzelfall. Jedes Gerät, das kontinuierlich oder regelmäßig mit dem Hersteller verbunden ist, kann durch ein Update jederzeit verändert werden - was insbesondere Google und Apple nutzen. Die Updates werden teils aus Angst, es könnten Sicherheitslücken ausgenutzt werden, durchgeführt, teils um den Software-Standard zu verbessern. So behält Apple sich etwa vor, Anwendungen auch ohne Zustimmung des Users von seinem iPhone zu entfernen.

Abhören per Knopfdruck durch Software-Update

Beispiel 3: Ein Software-Update soll in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine elektronische Wanze in 145.000 Blackberrys gepflanzt haben, berichteten "Wired" und "The Register". Der Netzbetreiber Etisalat musste nur den entsprechenden Befehl geben, dann konnten SMS und E-Mails des Inhabers verschlüsselt auch zu anderen Empfängern geleitet werden. Laut dem Sicherheitsunternehmen Veracode fiel das nur auf, weil sich die Akkus der betroffenen Blackberrys viel zu schnell entluden.