Die Zeiten, in denen sich Mac-User keine Sorgen um Viren machen mussten, sind wohl vorbei. Sicherheitsexperten glauben, erste gekaperte Mac-Computer entdeckt zu haben. Die Übernahme der Macs macht viele stutzig, jedoch ist die Gefahr seit Monaten bekannt.
Hamburg (red) - Laut "Spiegel Online" sind die Zeiten der Unbekümmertheit für Mac-User nun endgültig vorbei. Durch eine Trojaner-Software, die sich offenbar seit Januar auf Macs verbreitet, ist nun wohl der erste Verbund von gekaperten, ferngesteuerten Mac-Rechnern aufgebaut. Neu ist so ein Verbund nicht, aber bisher waren nie ausschließlich Mac-Rechner befallen.
Der Ursprung des Trojaners ist wohl eine Probierversion von Apples Bürosoftware iwork 09. Der verborgene Trojaner in der Probierversion ist bereits seit Januar bekannt. Das Lockmittel für die Installation ist die fehlende Seriennummer der Probierversion. So kann man sie, ohne zu bezahlen, nutzen. Sie ist allerdings durch Raubkopien so modifiziert, dass sie den Trojaner OSX.Iservice auf dem Rechner platziert. Eine ähnliche Lockversion vom Adobe Photoshop CS4 scheint dem Bericht zufolge auch im Umlauf zu sein.
Erstaunlich ist jedoch, dass sich solche Trojaner ungestört ausbreiten können. Betriebssysteme wie Linux, Windows Vista oder Mac OS X sind normalerweise in einem Modus, in dem Programme nur über eingeschränkte Rechte verfügen. So kann sich der Mac Virus nur einnisten, wenn der Anwender selbst ihm ein uneingeschränkten Eingriff in seine Programme gewährt. Dies tut der Anwender, indem er die raubkopierte Software installiert und dabei dem Schädling mit den vollen Zugriffsrechten über seinen Rechner ausstattet. Bei der Mac-Probierversion muss man beispielsweise den Namen und ein Passwort in ein Benutzerkonto mit besonderen Admin-Rechten eingeben, was Nutzer bereitwillig tun, weil sie glauben, eine Raubkopie zu installieren.